Mniszków – Herrenhaus
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Mniszków – Herrenhaus

Das Gebäude entstand 1728, worauf das im Portal eingemeißelte Datum hinweist. Unbekannt sind jedoch die genaue Geschichte und die ursprüngliche Funktion, die die aus Holz gebaute Residenz im Spätbarockstil erfüllt haben könnte. Die ersten Erwähnungen des Baus stammen aus dem 14. Jahrhundert und sprechen vom Verkauf eines Gebäudes von Heinrich Beier an Clericus Bolze – den Besitzer der nahen Burg Sokolec. Aufgrund der prächtigen Architektur, im Vergleich zu den Dorfgebäuden, ordnete man dem Bau die Funktion eines Herrenhauses zu. Verwunderlich ist jedoch das Fehlen von Wirtschaftsgebäuden. Eine andere Hypothese behauptet, dass das Gebäude in Waltersdorf (Mniszków) einmal ein Haus für Bergknappen war– also ein Wirtshaus für Bergleute. Für diese Theorie spricht eine Wandmalerei, die sich im ersten Stock befindet. Es stellt Friedrich Wilhelm von Reden, der die Position des königlich-preußischen Berghauptmanns innehatte, sowie seine Gemahlin dar, die das Wappen von Kupferberg in der Hand hält. Das Grafenpaar wird vor einer Berglandschaft gezeigt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte das Gebäude dem  Tuchhändler Johann Ch. Geier. 1908 kaufte das stark heruntergekommene Herrenhaus Albrecht von Ledebur, der Sekretär des Besitzers von Jannowitz, Graf Hermann Stolberg. 1909 wurden grundlegende Sanierungsarbeiten begonnen, an denen wahrscheinlich der damals sehr bekannte Architekt Paul Schulze-Naumburg mitgewirkt hat. Das steile Strohdach wurde durch ein Mansardendach ersetzt, das mit Schindeln gedeckt war. Der Haupteingang wurde von der Westseite auf die Ostseite verlegt. Es wurde ebenfalls das Parkett ausgetauscht und unter dem Dach Öfen aufgestellt. In den Jahren 1923 – 1945 gehörte das Herrenhaus der Baronin Christa von Renthe-Fink. Auf deren Wunsch wurde 1933 am Osteingang eine Veranda angebaut und von der Nordseite her im Obergeschoss ein Balkon. Im Garten befand sich eine Garage für das Cabrio der Baronin, das hauptsächlich dazu diente, die Gäste des Hauses in der Umgebung herumzufahren. Das untere Stockwerk wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts an Bauern der nahen Höfe vermietet. Den Zweiten Weltkrieg überlebte das Gebäude in einem ausgezeichneten Zustand. 1945 waren hier für einige Monate ein Kriegslazarett und später ein Kreißsaal für die Frauen der Umgebung eingerichtet. Im von der sowjetischen Armee geplünderten Herrenhaus befand sich in den Jahren 1947-1951 der Führungsstab einer Forschungsgruppe, die in Mniszków (Waltersdorf) nach Uran suchte. Seit 1980 befindet sich das Gebäude in privater Hand. Grundlegende Denkmalschutzarbeiten wurden 1980 -1988 durchgeführt. An der Decke des Herrenhauses sind die Deckenmalereien erhalten, die eine Allegorie der fünf Sinne darstellen sowie Szenen aus dem dörflichen Leben. Das Herrenhaus kann von außen besichtigt werden.

Adresse: Zajączków 16