Kowary – Uranbergwerk
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Kowary – Uranbergwerk

Der Bergbau in Schmiedeberg (Kowary) hat eine lange Geschichte. Es existieren Quellen, die den Abbau von Eisenerz an diesem Ort bis auf 1355 zurückdatieren. Schon im frühen Mittelalter kamen die sog. Wallonen in die Westsudeten, auf der Suche nach wertvollen Erzen. Der Abbau von Uran hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. 1513 erhielt Schmiedeberg das Bergregal. 1564 wurde hier Erz auf Bestellung des polnischen Königs Sigismund August abgebaut. Der Zusammenbruch des Bergbaus und Hüttenwesens ging einher mit dem Dreißigjährigen Krieg. Beide Weltkriege sorgten für ein erneutes Aufleben des Bergbaus. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts suchten die Deutschen im heutigen Bergwerk Wolność nach Uranerz, um Untersuchungen zur Kernenergie durchzuführen. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Sowjets die Kontrolle über das Bergwerk. Während des Rüstungswettlaufs der beiden Supermächte arbeiteten im Bergwerk, dem der Deckname R1 gegeben worden war, 7.000 Polen in den Stollen. 1952 – 1958 war das Bergwerk Pogórze in Betrieb, das aus zwei fast 600-Meter-tiefen Schächten bestand. Im Betrieb zur Weiterverarbeitung des Urans, der sich beim Bergwerk befand, bestand Anfang der 60er Jahre eine Forschungseinrichtung der Sowjetunion, in den 70er Jahren dann entstand hier ein Forschungszentrum der Technischen Universität Breslau, in dem Untersuchungen zu Sprengstoffen durchgeführt wurden. Bis 1973 wurden in Kowary 20 Stollen angelegt. Im Stollen des ehemaligen Bergwerks Podgórze gab es bis 1989 ein Radon-Inhalatorium, das das Heilpotentials des Spurenelements nutzte, u. a. zur Behandlung von Kreislauferkrankungen, Atemwegbeschwerden und Potenzproblemen. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde dieses jedoch kaum noch besucht. Später lief es mit Wasser voll und verfiel ungenutzt zunehmend in den 90er Jahren. Im Jahre 2000 wurden die Stollen von privater Hand erworben und dienen seit 2002 wieder als Inhalatorium. In den Stollen von Kowary existiert auch ein Touristenpfad, der um die 1200 m an Wegen, Grotten und Kammern umfasst. Hier kann u. a. der „Schatz der Wallonen“ bewundert werden – eine Sammlung von Edelsteinen, Mineralen und Erzen der Sudetischen Wallonen-Bruderschaft (Sudeckiego Bractwa Walońskiego). Hier kann man den Arbeitsalltag eines Grubenarbeiters kennenlernen sowie Exponate und Gerätschaften, die mit dem Uranabbau zusammenhängen besichtigen. Weitere Attraktionen im Stollen sind u. a. ein Schießstand und der „Potencjałka” – ein antioxidierendes, Kräfte spendendes Wasser, das jedem Besucher zur Verköstigung angeboten wird.

Kontakt:

www.sztolniekowary.com

Geöffnet: 9.00 – 16.00 Uhr ( XI. – III.), 9.00 – 18.00 Uhr (IV. – VI., IX.-X.), 9.00 – 19.00 Uhr (VII. – VIII.)

Eintritt: Normal – 19 zł, ermäßigt – 15 zł, Gruppen (ab 20 Personen) – 12 zł, Erlaubnis zum Fotografieren – 3 zł.