Kowary – Schloss Radociny (Neuhof)
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Kowary – Schloss Radociny (Neuhof)

Das Schloss Radociny entstand ca. 1570 als Residenz der Familie Schaffgotsch. Kasper Schaffgotsch erbaute es für seinen jüngeren Sohn, als der damalige Stammsitz der Familie – der Wehrhof in Kowary Dolne – seine strategische Bedeutung verloren hatte. Die neue, großzügigere Residenz war höher, nordöstlich von Schmiedeberg (Kowary) gelegen. Bis zum Dreißigjährigen Krieg blieb das Anwesen im Besitz der Schwarzenbachs, einem der Zweige der Familie Schaffgotsch. Als jedoch im Jahre 1635 Hans Ulrich Schaffgotsch auf Anweisung Kaiser Ferdinand II. geköpft wurde, fiel das Schloss an den Grafen Prokop Černin. 1747 ging der Hof an König Friedrich den Großen, der diesen bald darauf der Stadt Schmiedeberg schenkte. 1820 war der Stadtrat aufgrund der schlechten finanziellen Situation gezwungen, die Anlage zu verkaufen. Die Käufer, die Familie Kopisch, übergab das Anwesen schon einige Jahre später an Prinz  Heinrich LXXIV von Reuß (in der Familie genannt Henly). 1872 übertrug dieser das Schloss an seinen Sohn aus erster Ehe, Heinrich IX., der die Ländereien von Neuhof (Radociny) vergrößerte und diesen die Dörfer Bärndorf (Gruszków) und Hohen Wiese (Wysoka Łąka) zufügte. In den Jahren 1914 – 1918 wurde das Schloss auf Anordnung von Prinzessin Theodora von Reuß in ein Lazarett umgewandelt. Nach 1945 bestand hier ein Erholungsheim, später ein Sanatorium des Kurbads Cieplice sowie ein Institut für Kernenergie. 1996 wurde auf Bitte des Prof. John Röhl von der Universität in Sussex das Fürstenpaar exhumiert und ihr erneutes Begräbnis auf einem Hügel unweit des Schlosses fand erst am 10. September 2004 statt.

Die Aufteilung des Schlosses ist weit von der ursprünglichen entfernt, da dieses mehrmals im 18. und 19. Jahrhundert erweitert wurde. Der älteste erhaltene Teil ist das Wohnhaus. Dieses Bauwerk setzt sich aus drei Geschossen zusammen sowie einem viergeschossigen Turm. Die Gebäudeteile, die 1817 und 1913 angebaut wurden, sind im eklektischen Stil ausgeführt. Man kann bei diesen sowohl Stilelemente der Neugotik als auch Neorenaissance finden. Sehenswert ist auch der Schlosspark, der um 1878 entstand. Er hat den Charakter eines Landschaftsparks und ist in einem relativ guten Zustand. Bis heute sind die Blumenbeete an der Vorderseite des Schlosses erhalten. Hier befinden sich auch ein Springbrunnen, viele exotische Baumarten sowie Aussichtslichtungen. Auf einer von diesen steht ein Gartenpavillon, der auch für Konzerte genutzt wurde. Heute ist die Schlossanlage in Radociny in privater Hand. Ein Besuch ist nach Abstimmung mit dem Besitzer möglich. 

Touristeninformation:

ul. 1 Maja 1a, 58-530 Kowary

Tel. 75 718-24-89, 756-456-111

Email: it@kowary.pl