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Touristenweg „Geschichte und Tradition Breslaus“ – Geschichtlicher Hintergrund

Der Touristenweg "Geschichte und Erbe Breslaus" erlaubt es die interessantesten historischen Bauten der Stadt kennen zu lernen. Aufgrund der tausendjährigen Geschichte Breslaus kann man auf dem Touristenweg Bauwerke aus allen Epochen finden, von der Romanik bis zum Modernismus. Auf diesem Touristenpfad sehen wir die herausragendsten Architekturdenkmäler in der Hauptstadt Niederschlesiens.

Die erste ständige menschliche Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Breslaus entstand ungefähr 2500–1700 v. Chr. Hier verlief zu jener Zeit ein Handelsweg von der Ostsee nach Böhmen und Mähren. Der Name der Stadt stammt vom böhmischen Fürsten Vratislav. Breslau sowie ganz Schlesien fiel 990 unter die Herrschaft Mieszko I. Nach dem Akt von Gnesen wurde hier einer der ersten drei Bischofssitze in Polen errichtet und die Stadt wurde eines der größten Zentren des jungen Staates. Während des Zerfalls des Königreich Polens herrschten in Schlesien Heinrich der Bärtige, Heinrich der Fromme, Heinrich der Weiße und Heinrich der Gerechte, die auch versuchten die polnische Krone zu gewinnen. Die Unterstützung des Bürgertums führte zur Blüte der Stadt Breslau. Entsprechend dem Magdeburger Recht hatte der Stadtrat die Macht in der Stadt. 1335, nach dem Tod des Piastenherzogs Heinrich des Gerechten fiel Breslau zusammen mit dem Herzogtum Breslau unter die Herrschaft des böhmischen Königs Johann von Luxemburg und der polnische König verzichtete auf Schlesien. 1348 gliederte der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und böhmische König Schlesien in die böhmische Krone ein und verlieh der Stadt in den folgenden Jahren weitreichende Privilegien, u. a. das Recht Goldmünzen zu prägen. 1420 wurde hier der Kreuzzug gegen die Hussiten ausgerufen. 1458–1490 führte Breslau innerhalb der böhmischen Krone eine unabhängige Politik durch, es stellte sich gegen die Herrschaft des Königs Georg von Podiebrad und wurde zu einem Machtpfeiler des katholischen Gegenkönigs Matthias Corvinus, der auch Herrscher von Ungarn war. 1526 erreichte die Reformation Breslau und ergriff fast die gesamte Stadt. Die Stadt konnte aufgrund ihrer vorher erkämpften Position und ihres Reichtums ihr Bekenntnis zum Protestantismus verteidigen, sogar in einer Zeit als der böhmische Thron von den eng mit Rom verbundenen Habsburgern übernommen wurde. Unter der Herrschaft Ferdinand I. erhielt die Stadt das neue, heute gebräuchliche Stadtwappen. Die Jahre unter der Herrschaft der Habsburger brachten für Breslau eine starke bauliche Entwicklung. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges bewahrte eine starke Befestigung und eine weise Politik der Stadtväter die Stadt vor einer Belagerung durch die Feinde. 1702 gründete der Kaiser und böhmische König Leopold I. in Breslau eine Universität. 1742 fiel fast ganz Schlesien in Folge der Schlesischen Kriege unter die preußische Herrschaft Friedrich II. Die Stadt bekam den Status der „Königlichen Haupt- und Residenzstadt Breslau". Ende des 18. Jahrhunderts lebten hier schon 65 Tausend Menschen. 1807 eroberten französische Truppen die Stadt und führten Reformen in der Stadt durch. Der Abriss der Stadtmauern und Verstaatlichung des Kirchenbesitzes erweiterten die Stadtfläche. Es entstand eine Eisenbahnverbindung, die Oder und ihre Kanäle wurden reguliert, Wasserleitungen wurden verlegt und die Straßen mit Petroleumlampen beleuchtet. Ende des 19. Jahrhunderts fuhren die ersten elektrischen Straßenbahnen. All dies wurde 1945 fast vollständig zerstört. Heute ist die Stadt das wirtschaftliche, geistige und kulturelle Zentrum Schlesiens.