Karpacz – Observatorium auf der Schneekoppe
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Karpacz – Observatorium auf der Schneekoppe

Die ersten Himmelsbeobachtungen auf dem höchsten Gipfel der Sudeten führte seit 1824 der Wirt der Herberge in der zu jener Zeit säkularisierten Laurentiuskapelle durch. 1880 wurde in der neuen Herberge auf dem Gipfel ein Observatorium der Klasse 2 eingerichtet. 1889 wurde mit dem Bau eines modernen Observatoriums der Klasse 1 begonnen, das ein Jahr später zur Nutzung übergeben wurde. Es handelte sich um einen 16 Meter hohen Turm auf einem quadratischen Grundriss, mit einem niedrigerem anschließenden Gebäude mit Mansarddach. Das Gebäude wurde von Stahlseilen stabilisiert, die in den Felsen der Schneekoppe (Śnieżka) verankert waren. Der Bau war außergewöhnlich kostenintensiv, denn sämtliche Baumaterialien mussten von Trägern auf den Gipfel getragen werden. Die Deutschen wollten das Gebäude 1945 in die Luft sprengen, jedoch gelang es dem Personal dies zu verhindern. Nach dem Krieg wurde der Turm entsprechend seiner Bestimmung benutzt, bis ein neues Observatorium errichtet wurde. Danach verfiel der Turm, bis er 1989 auseinander gebaut wurde und nach Karpacz gebracht wurde. Leider wurde er nie wieder zusammengesetzt und so ging ein einzigartiges Denkmal für immer verloren.

In den Jahren 1966-1974 wurde im nördlichen Teils des Gipfels ein neues Observatorium erbaut, das auch ein Buffet und einige Gästezimmer beherbergt. Die Pläne für das Objekt entwarfen Witold Lipiński und Waldemar Wawrzyniak. Das Bauwerk wird heute als „Ufo” oder auch „Untertasse“ bezeichnet, die erste Bezeichnung drückt die Faszination der Architekten für Ufos aus, die zweite bezieht sich auf die Form der Felsen im Riesengebirge. Das umstrittene Gebäude wurde auf der Weltarchitekturausstellung in Mexiko ausgezeichnet. Es reiht sich in eine Reihe von postmodernistischen, recht gewagten Bauwerken ein, die die Gipfel der Sudeten krönen, wie z. B. die Radiorelaistürme mit Gastronomie auf dem Berg Ještěd (aus den Jahren 1966-1973) oder auf dem Altvater (Pradziadz) (1977-1983). Das Gebäude besteht aus drei Scheiben mit einem Durchmesser von 13, 20 und 30 m, verbunden durch einen waagerechten Kern, mit einer Stahlkonstruktion auf einem Betonfundament. Das Gebäude erreicht eine Höhe von 18 m. Die Fassade ist mit Blech verkleidet, die meiste Zeit des Jahres ist diese jedoch mit Raureif bedeckt oder vereist. 2009 riss eine der Scheiben zum Teil ab und drohte einzustürzen. Nach einer Reparatur wurde der alte Gebäudezustand wieder hergestellt. Das neue Gebäude wurde schnell zu einem Symbol des Riesengebirges und hat sich in die Landschaft dieser Berge eingeschrieben.

Tel. 75 752-68-51, 504-121-292

www.sniezka.karpacz.pl

Email: krzaczkowski@piotrekok.com

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