Wrocław – Schloss, heute Kulturhaus (Leśnica)
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Wrocław – Schloss, heute Kulturhaus (Leśnica), pl. Świętojański

Lissa (Leśnica) ist ein ehemaliges Dorf, später Stadt, und seit 1928 ein Stadtteil von Breslau. Hier befindet sich ein interessantes, in seiner heutigen Gestalt barockes Schloss, das von einem schönen, weitläufigen Park umgeben ist.

Mit Sicherheit existierte schon 1132 in Lissa eine Burg, auf der 1201 Bolesław I. verstarb. Später war Heinrich der Bärtige der Besitzer  – unter seiner Herrschaft entstand eine gemauerte Festung, deren Überreste sich in den Kellergewölben der heutigen Residenz befinden (urkundlich erwähnt 1271). Die Herzöge benutzten die Burg von Lissa als Zwischenstation auf ihren Reisen zwischen Breslau und Liegnitz (Legnica). Ende des 13. Jahrhunderts ging die Burg an die Breslauer Bürgerschaft über und seit dieser Zeit befand sich das Bauwerk hauptsächlich im Besitz von Patrizierfamilien und diente diesen als Landresidenz. 1733 kaufte das Gebäude das Breslauer Kloster der Kreuzherren mit dem Roten Stern. Die Kreuzherren nahmen einen Umbau der Anlage vor. Die Pläne hierfür wurden höchstwahrscheinlich von Christoph Hackner ausgearbeitet. In jener Zeit wurden die bestehenden zwei Gebäudeflügel zu einem Gebäude verbunden und mit einer gemeinsamen Fassade versehen, wobei die Innenaufteilung erhalten wurde. Der nächste Eigentümer, Baron Ferdinand von Mudrach gestaltete in den Jahren 1752-57 das Innere im Stil des preußischen Rokoko um. Vor 1800 wurde der Graben zugeschüttet und ein Teil der Wehranlage abgerissen. 1836 wurde ein park angelegt und ein Teil des Inneren umgestaltet. Um 1900 wurde ein Teil des Graben wieder ausgehoben und eine Pseudo-Wehrmauer mit Zinnen am Parkeingang errichtet sowie die Terrassen auf den Basteien und Kasematten mit Balustraden versehen. Nach 1945 verfiel die Residenz und brannte 1953 nieder (es klingt wie eine Ironie des Schicksals, dass sich zu jener Zeit im Gebäude die Zentrale der Industrievereinigung für feuerbeständige Materialien befand). Es war geplant die Ruine abzureißen, hierzu kam es allerdings glücklicherweise nicht. Das Feuer und eine spätere Renovierung führten zur Zerstörung fast der gesamten barocken Inneneinrichtung.  

Im Schloss von Lissa waren u. a. die deutschen Kaiser Karl IV., Maximilian II., Matthias II., Fürst Karl von Lothringen, der preußische König Friedrich II., Hieronymus Bonaparte und Marschall Michel Ney zu Gast.

Es handelt sich bei der Residenz in Lissa um ein unterkellertes, verputztes Backsteingebäude mit zwei Gebäudeflügeln und drei Geschossen mit Eckerkern. Um das Schloss befinden sich Basteien mit Schießscharten

Nördlich vom Schloss befindet sich ein Landschaftspark, der sich entlang der Weistritz (Bystrzyca) erstreckt und von Joseph Peter Lenné geplant wurde, dem Erschaffer der Gärten in Sanssouci in Potsdam. Nach 1945 verwilderte der Park. Um 2003 wurde die erste Etappe zu dessen Rekonstruktion begonnen, nach einem Projekt von Halina Krajewska und Mitarbeitern, das sich am Originalkonzept von Lenné orientiert.

Heute ist das Schloss Sitz des Kulturzentrums „Zamek”. Die Schlossfassade sowie die Umgebung mit Park sind schön gepflegt und ungehindert zugänglich. Leider ist das Innere sämtlicher historischer Elemente beraubt. Im Süden vom Schloss verläuft eine Mauer mit Zinnen, die das Gebäude von einem Platz trennt, auf dem ein Denkmal der Muttergottes und des Hl. Nepomuk stehen, gestiftet 1743 durch das Kloster der Kreuzherren mit dem Roten Stern.

Kontakt:

Centrum Kultury Zamek

Plac Świętojański 1, 54-076 Wrocław

Tel. 71 349-35-36

www.zamek.wroclaw.pl

Email: keine

 

Anfahrt:

Vom Zentrum Breslau: Landstraße Nr. 94 Richtung Środa Śląska (ul. Legnicka, Lotnicza, Kosmonautów)

 

Besichtigungsmöglichkeiten:

Das Schloss mit park ist frei zugänglich. Das Innere (ohne historische Elemente) kann während der Öffnungszeiten der Kunstgalerie ZAMEK (10-18 Uhr) sowie bei Veranstaltungen betreten werden.

 

Ständige und zyklische Veranstaltungen:

Festiwal Dobrego Piwa (Bierfest) – Mai

Noc Świętojańska (Mittsommernach), Dni Fantastyki (Tage der Fantastik)– Juni

Jarmark Jadwiżański (Hedwig-Jahrmarkt), Sonntag Anfang Oktober – historischer Jahrmarkt

Międzynarodowy Festiwal Opowiadania (internationales Erzähler-Festival) – November

Im Kulturzentrum werden zahlreiche Konzerte, Ausstellungen und Workshops organisiert.

Parkmöglichkeiten:

Vor dem Schloss (pl. Świętojański).

 

Gastronomie:

Hotel Bugatti

ul. Kosmonautów 328, 54-041 Wrocław

Tel. 71 349-35-23

 

Pizzeria „Lissa”

ul. Średzka 25, 54-001 Wrocław,

Tel. 71 349-36-06

 

Karczma Rzym

ul. Jarnołtowska 85b, 54-530 Wrocław

Tel. 71 349-48-02

 

Restaurant “Orle Gniazdo”

ul. Strachowicka 42a, 54-512 Wrocław

Tel. 71 354-47-47

 

Übernachtungsmöglichkeiten:

Hotel Bugatti

ul. Kosmonautów 328, 54-041 Wrocław

Tel. 71 349-35-23

 

Dom Turystyczny Trio

ul. Trzemeska 4,6,8,10, 53-679 Wrocław

Tel. 71 355-94-46

 

Dom Turysty Solo

ul. Kwiska 1/3, 54-210 Wrocław

Tel. 71 351-70-11

 

Hotel Podróżnik

ul. Sucha 1, 50-086 Wrocław

Tel. 71 373-28-45

 

Touristeninformation

Centrum Informacji Turystycznej The Meeting Point

Rynek 14, 50 – 101 Wrocław

Tel. 71 344-31-11/ 12

www.um.wroc.pl

Email: info@itwroclaw.pl

 

Literatur:

§  Brzezowski Wojciech, Dzieje rezydencji w Leśnicy, „Architectus”, nr 1-2 (3-4) 1998, s. 37-51.

§  Czechowicz Bogusław, Pałac i park w Leśnicy (...), [w:] Atlas architektury Wrocławia, t. II, Wrocław 1998, s. 14-17.

§  strona www Centrum Kultury Zamek