Wrocław – Kloster der Armen Schulschwestern als Relikt des nördlichen Teil des alten Piastenschlosses
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Wrocław – Kloster der Armen Schulschwestern als Relikt des nördlichen Teil des alten Piastenschlosses

Auf der Dominsel, damals tatsächlich eine von der Oder umspülte Insel, existierte in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts eine slawische Burg, die mehrfach umgebaut wurde, später Sitz einer Kastellanei und nach später Sitz der Breslauer Herzöge war. Im 12.-13. Jahrhundert wurde die Wallburg in eine Steinburg umgewandelt. (erstmals erwähnt 1239). 

Da nur wenige Überreste der Anlage erhalten sind, die oft keine eindeutigen Aufschlüsse geben, kann heute nicht mit Sicherheit gesagt werden, von wem und wann die Burg gegründet worden war (als am wahrscheinlichsten gelten Bolesław der Lange oder Heinrich der Bärtige) und aus welchen Gebäuden die Anlage bestand. Es wurden unter anderem Überreste eines großen Gebäudes auf einem 18-seitigen Grundriss freigelegt (ein Donjon oder eine Kapelle), eine achtseitige Kapelle mit Apsis und Wohngebäude (eines Schlosses oder Klosters) sowie Wirtschaftsgebäude.

Herzog Heinrich II. umgab die Burg mit einer Backsteinmauer mit vier Wehrtürmen, davon zwei Tortürme (ihr Bau wird 1257 urkundlich erwähnt). Einen großen Umbau im Stil der Gotik nahm Heinrich IV., der in den Jahren 1270-90 über die Anlage herrschte. An der Stelle eines mehrseitigen Bauwerks entstand eine achtseitige Kapelle mit auf zwei Seiten anliegenden Gebäuden. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre wurden die neue die St. Martinskapelle und ein neuer Gebäudeflügel gebaut. Auf diese Weise entstand in jener Zeit die größte Residenzanlage auf polnischem Boden, die die Ansprüche Heinrich IV. auf den polnischen Thron zum Ausdruck bringen sollte. Sein Nachfolger verlegte seinen Sitz jedoch auf das linke Oderufer, wo eine neue Burg entstand.

Die Burg auf der Dominsel wurde ab 1310 in einzelnen Etappen der Kirche übergeben – dem Domkapitel Heilig Kreuz und dem Bistum. Auch wenn die formelle Übertragung erst im Jahre 1439 stattfand, ist bekannt, dass  das Burggelände schon 1349 durch strahlenförmig verlaufende Zäune in sieben Kurien aufgeteilt war. Im 15. Jahrhundert wurde die Wehrmauer abgerissen und die Kurie überlebte hier (wenn auch in verkleinerter Form) bis 1810. Ein bedeutender Umbau wurde nach der Säkularisierung der Kirchengüter vorgenommen. In jener Zeit wurden die letzten Mauerreste und der Turm (diente als Gefängnis) abgetragen. Es wurde das Gebäude einer Freimaurer Loge (1815), eines Kinderspitals (später: Konvikt St. Anna) und andere Gebäude errichtet. 18815 wurde die heutige ul. św. Marcina angelegt. Während der Kampfhandlungen im Jahre 1945 wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Nur zwei von diesen wurden wieder aufgebaut und diese beherbergen heute Klöster und Einrichtungen, die von den Schwestern von der Heiligen Familie von Nazareth sowie den Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau geleitet werden.

Heute ist vom Burggebäude noch die St.-Martinskirche erhalten (auf einem achteckigen Grundriss, mit einem verlängerten Chor und mächtigem Strebewerk), die in abgeänderter Form nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde. Sichtbar sind auch Teile der Mauer, z. B. entlang der Oder, mit Überresten des Schlossgebäudes vom Ende des 13. Jahrhunderts. Die wichtigsten teile der Burg – die Fundamente des unbekannten 18-seitigen Gebäudes und der anliegenden Gebäude liegen in den Kellergewölben und im Erdgeschoss (teilweise offengelegt) des Klosters der Armen Schulschwestern. Vor kurzem wurde weitere archäologische Untersuchungen auf dem Klostergelände begonnen, die einen Umbau des Objektes und eine Umgestaltung des Klostergarten („Garten zur ökologischen Schulung und Didaktik/Ogród Edukacji i Dydaktyki Ekologicznej”) vorbereiten, was für eine weitere Freilegung (und vielleicht neuen Erkenntnissen) von Überresten der romanischen und gotischen Piasten-Residenz führen wird.

 

Kontakt:

Zgromadzenie Sióstr de Notre Dame, Dom zakonny

ul. Św. Marcina 12, 50-327 Wrocław

Tel. 71 322-78-67

 

Anfahrt:

Anfahrt bis zur Sandinsel (Ostrów Piaskowy) oder in die Gegend der Dominsel (Ostrów Tumski), weiter zu Fuß.

 

Besichtigungsmöglichkeiten:

Das Objekt ist zurzeit nicht für Touristen zugänglich.

 

Ständige und zyklische Veranstaltungen:

keine

 

Parkmöglichkeiten:

An der ul. Frycza Modrzewskiego oder Sienkiewicza

 

Gastronomie:

Restaurant „Akropol” Na Solnym

pl. Solny 18/19, 50-063 Wrocław

Tel. 71 788-81-42

 

Restaurant „Pod Złotym Psem”

Rynek 41, 50-116 Wrocław

Tel. 71 372-37-60

 

Restaurant „Casablanca“

ul. Włodkowica 8a, 50-072 Wrocław

Tel. 71 344-78-17

 

Restaurant „Piramida”

ul. Wita Stwosza 12, 50-148 Wrocław

Tel. 71 344-58-44

 

Übernachtungsmöglichkeiten:

Hotel Tumski

ul. Wyspa Słodowa 10, 50-266 Wrocław

Tel. 71 322-60-88

 

Qubus Hotel Wrocław

ul. Św. Marii Magdaleny 2, 50-103 Wrocław

Tel.  71 797-98-00

 

Hostel Cinema

ul. Kazimierza Wielkiego 17, 50-077, Wrocław

Tel. 71 795-77-55, 603-257-632

 

Hotel Podróżnik

ul. Sucha 1, 50-086 Wrocław

Tel. 71 373-28-45

 

Schronisko Młodzieżowe „Na Wyspie”

ul. Wyspa Słodowa 10, 50-266 Wrocław

Tel. 71 322-11-50

 

Touristeninformation:

Centrum Informacji Turystycznej The Meeting Point

Rynek 14, 50 – 101 Wrocław

Tel. 71 344-31-11/ 12

www.um.wroc.pl

Email: info@itwroclaw.pl

 

Literatur:

§  Chorowska Małgorzata, Rezydencje średniowieczne na Śląsku. Zamki, pałace, wieże mieszkalne, Wrocław 2003, s. 45-52.

§  Małachowicz Edmund, Wrocław na wyspach, Wrocław 1992.

§  Małachowicz Edmund, Wrocławski zamek książęcy i kolegiata św. Krzyża na Ostrowie, Wrocław 1994.

§  Żurek Adam, Dawny gród, następnie zamek książęcy na Ostrowie Tumskim (...), [w:] Atlas architektury Wrocławia, t. I, Wrocław 1997, s. 96-97.

§  Żurek Adam, Dawny szpital dziecięcy, obecnie klasztor i Zakład Opiekuńczo-Wychowawczy Sióstr Notre-Dame (...), [w:] Atlas architektury Wrocławia, t. I, Wrocław 1997, s. 135.