Beschreibung des Touristenweges
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Touristenweg „Burgen und Schlösser der Piasten“ – Historischer Hintergrund

Der Touristenweg „Burgen und Schlösser der Piasten“ verläuft durch die früheren Fürstentümer Schweidnitz, Jauer und Liegnitz. Diese entstanden im 14. Jahrhundert als Resultat der Aufteilung Schlesiens, die zwei Jahrhunderte früher ihren Anfang genommen hatte. Im 12. Jahrhundert zerfiel das polnische Königreich in verschiedene Landesteile, dieser Prozess setzte sich dann in Schlesien fort, wobei die einzelnen Fürsten ihren Söhnen immer weniger Macht zuteilten. Am Ende des 13. Jahrhunderts gerieten sie stufenweise in Lehensabhängigkeit zum mächtiger werdenden Königreich Böhmen. Die Herrscher von Schweidnitz und Jauer blieben für lange Zeit Verbündete der polnischen Könige, was dazu führte, dass die südliche Grenze ihrer Fürstentümer mit Burgen verstärkt wurde. Diese entstanden auch als Verwaltungszentren aufgrund des auf dem Gebiet stetig voranschreitenden Landesausbaus.  Mit der Zeit übernahmen diese Funktion die Städte, deshalb verfielen einige Burgen schon im 14. Jahrhundert.  1355 war schon ganz Schlesien Teil der böhmischen Krone. Die dritte Frau des Königs von Böhmen und Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Karls IV., Anna von Schweidnitz war die einzige Piastin, die zur Kaiserin gekrönt wurde. Dank dessen übernahmen die späteren böhmischen Könige als Erben der Piasten von Schweidnitz‒Jauer in 1392 die gesamte Herrschaft in den Herzogtümern Schweidnitz und Jauer, in Liegnitz herrschten die Piasten als Vasallen Böhmens weiter bis 1675. Im 15. Jahrhundert wurden die Burgen durch die Hussitenkriege (1420‒1434) und die Konflikte um die Erbfolge in Böhmen (1458‒1478) stark zerstört. In einer Zeit, in der die Zentralmacht immer schwächer wurde, verbreitete sich feudale Anarchie und die Burgen waren häufig Sitz von Raubrittern, die die Handelswege unsicher machten. Im 16. Jahrhundert machte dies auf der Burg Grodziec (Gröditzburg) sogar der exzentrische Herzog vom Liegnitz (Heinrich XI.) zu seinem Broterwerb. Um 1500 verstärkte sich der Konflikt zwischen Ritterschaft und Adel und es  drohte ein Bürgerkrieg. In dieser Zeit zog der Adel in angenehmere Wohnsitze auf den Dörfern und verließ die auf Anhöhen gelegenen Burgen. Einige von diesen, wie Świny (Schweinhausburg), Książ (Fürstenstein), Grodno (Kynsburg) oder Grodziec (Gröditzburg), wurden ausgebaut. Die nächste Welle der Zerstörung fiel mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618‒1649) zusammen. Das Jahrhundert nach dessen Ende brachte den Bau barocker Residenzen mit Gartenanlagen, oft in der Nachbarschaft zu den alten Burgen (Grodziec). Die Eroberung des größten Teils Schlesien durch Preußen 1742, sanktioniert durch weitere Kriege, brachte einem Teil der Wohnsitze neue Besitzer. Es trat die neue, preußische Aristokratie in den Vordergrund, alte Verbindungen nach Prag und Wien wurden unterbrochen. Im 19. Jahrhundert, auf der Welle der Romantik wurden die Burgen immer öfter Ziel von Ausflügen. Manchmal, wie im Falle von Stary Książ (Alt Fürstenstein), wurden auf den Überesten alter Burgen romantische Quasi-Ruinen errichtet. Nur einige wenige mittelalterliche Burgen wurden ständig benutzt (Książ, Grodno, Lipa [Leipa], Grodziec), hauptsächliche jene, die seit Jahrhunderten Sitz derselben, stark mit der Geschichte Schlesien verknüpften Adelsgeschlechter (Hochberg, Schweinichen) waren. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie zum größten Teil verlassen und verfielen, manchmal zu Ruinen. In den letzten Jahren werden wieder Versuche zu ihrer Rettung unternommen, ebenso wie wieder Leben in ihre Mauern zu bringen, z. B. das Einrichten von Museen sowie Ausrichten von Veranstaltungen (z. B. „Ritterturniere“) und Festen. Einige sind auch wieder im Privateigentum.