Walim ‒ Burg Grodno (Kynsburg)
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Walim ‒ Burg Grodno (Kynsburg)

Die Burg Grodno befindet sich auf dem Burgberg (Choina), über einer tiefen Schlucht der Weistritz (Bystrzyca) (heute befindet sich unterhalb der Burg der künstliche Stausee Jezioro Bystrzyckie). Anfangs diente sie zur Kontrolle des hier verlaufenden Weges aus dem hinteren Schlesien nach Böhmen. Die erste Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahre 1315. Im 14. Jahrhundert, nach der Herrschaft des Herzogs Bolko II. wurde die Festung ausgebaut und wechselte in den Besitz des Geschlechts derer von Schoff. Trotzdem hielt sich hier häufig Prinzessin Agnes auf, die Witwe Bolkos II. Die nächsten Besitzer (einige gingen dem Raubrittertum nach) waren im 15. Jahrhundert die Familien Mühlheim, Czettritz, Hochberg und Logau. Die Letzteren führten 1545‒1587 den Umbau im Renaissance-Stil durch, dessen Effekte bis heute hervorragend sichtbar sind (unter anderem die prächtigen Portale, Sgraffiti). 1599 fiel die Burg an Fürst Michael von der Walachei an, es gelang diesem aufgrund eines verlorenen Krieges und seines Todes 1601 jedoch nicht diese in Besitz zu nehmen. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg von schwedischen Truppen geplündert, 1680 belagerten sie aufständische Bauern aus den umliegenden Dörfern und fiel 1689 die Burg einem Feuer zum Opfer. Seit 1774 verfiel sie zum Teil. In den Jahren 1823‒1829 wurde Grodno auf Betreiben des bekannten schlesischen Historikers Johann G. Büsching wieder aufgebaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden weitere Restaurierungsarbeiten durchgeführt, u.a. Sgraffit, in der Burg entstand ebenfalls ein Restaurant. Die nächsten Eigentümer (Zedlitz) machten Grodno für Touristen zugänglich, wobei sie die örtlichen Tourismusvereine unterstützten. Nach 1945 wurde die Burg verstaatlicht und der alte Name Kynsburg in das ahistorische Grodno geändert. Über mehrere Jahrzehnte kümmerte sich der Polnischer Verein für Tourismus und Heimatkunde (Polskie Towaryzstwo Turystyczno-Krajoznawcze) um die Burg. Seit 2009 verwaltet die Gemeinde Walim die Burg.

Die auf einem Felsen emporragende Festung hat einen unregelmäßigen, an das Terrain angepassten Grundriss. Die Anlage besteht aus der Oberburg mit einem hohen Turm (mit einer hervorragenden Aussicht auf die Umgebung) und einem dreiflügeligen Gebäude im Innenhof, sowie der unteren Anlage ‒ der ehemaligen Niederburg. Es handelt sich hierbei um den Haupthof, der von Mauern mit Wehrtürmen sowie dem Torgebäude mit seiner reichen und auffälligen Sgraffit-Verzierung, die auf die Prager Kunst aus der Zeit des böhmischen Königs und Kaisers Rudolph II verweist. Der Museumsteil der Burg (Besuch mit oder ohne Führung) umfasst die Oberburg, mit einer kleinen Auswahl an Gemälden, Möbeln (Repliken) und Handwerkskunst (hauptsächlich Waffen) sowie mit Modellen von Belagerungsmaschinen.

Um die Burg erstreckt sich das nicht allzu große Naturreservat „Góra Choina“. Vom Zentrum von Zagórze Śłąskie bis zur Burg führt ein steiniger Weg (die Burg kann nicht mit dem Auto erreicht werden!), markiert u. a. in der Farbe Grün (15 Minuten zu Fuß).