Mysłakowice – Tiroler Hof und Museum der Tiroler
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Mysłakowice – Tiroler Hof und Museum der Tiroler

Ab der Zeit der Gegenreformation im 16.‒17. Jahrhundert lebten in Tirol im Zillertal zahlreiche Protestanten. Da das damalige Österreich katholisch war, wurden die Protestanten verfolgt. Aufgrund der Politik der Gegenreformation des österreichischen Kaisers waren Tiroler Protestanten, die nicht wieder zum Katholizismus übertreten wollten, gezwungen zu emigrieren. In vielen Familien kam es damals zu einer Spaltung. Die einen entschieden sich für die Auswanderung, die anderen blieben bei ihren katholischen Verwandten.

In jener Zeit befand sich das Schloss in Erdmannsdorf (Mysłakowice) im Besitz von Friedrich Wilhelm III., deshalb baten die Tiroler den König diesen auf seinem Land Zuflucht zu gewähren. Für die Verfolgten sprach sich Graf von Reden aus Buchwald (Bukowiec), ein Vertrauter von König Friedrich, aus. Dank dieser Fürsprache wurden die Tiroler 1837 in Quartieren in Schmiedeberg (Kowary) angesiedelt. Einer der ersten war der Schuster Johann Fleidl. Kurze Zeit später beschloss der König, einen Teil seiner Ländereien unentgeltlich für den Bau von Häusern für die Immigranten zur Verfügung zu stellen. Dadurch wurde 1840‒1860 im Süden des Schlosses in Erdmannsdorf eine Siedlung mit dem Namen Zillerthal gegründet. Das erste erbaute Haus hatte zwei Stockwerke. An dieses angebaut wurden Pferdeställe und Scheune. Bald darauf hatte die Ansiedlung 50 Wirtschaften. Die Gebäude waren mit Lilien- und Tulpenmotiven verziert. Die Kirche wurde vergrößert damit genug Platz für Neuankömmlinge und Einheimische war. Stufenweise wurde die Siedlung um eine Schule, Mühle und Schmiede erweitert. Im ersten erbauten Haus wurde ein Gasthof eingerichtet, das 1883 abbrannte. Auf dessen Überresten wurde der Tiroler Hof errichtet.

Die Neuankömmlinge versuchten den Einheimischen ihre Kultur aufzudrücken, u. a. das Jodeln und ihre Trachten. Dies wurde jedoch von der örtlichen Bevölkerung nicht besonders warm aufgenommen, wodurch die Tiroler Traditionen immer mehr verschwanden. Mit der Zeit verschwanden die Unterschiede zwischen den alten Bewohnern von Erdmannsdorf und den Tirolern und gab mehr und mehr gemischte Ehen.

Bis heute sind zahlreiche Tiroler Häuser erhalten geblieben. An einem kann man die von den Tirolern angebrachte Inschrift lesen: „Gott segne den König Friedrich Wilhelm III.“ Dank der Bemühungen des stellvertretenden Bürgermeisters Mayrhofen im Zillertal wurde der Tiroler Hof in der zweiten Hälfte der 90er Jahre von den damaligen Besitzern gekauft, die sich eine Restaurierung nicht leisten konnten. Heute befindet sich hier ein Restaurant, in dem Ausstellungsstücke zur Geschichte der Einwanderer aus Tirol im Hirschberger Tal dargestellt werden. Das Haus ist ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Polen, Österreich und Deutschland.

Dom Tyrolski

ul. Starowiejska 14, 58-533 Mysłakowice

Tel. 75 753-55-47

www.domtyrolski.pl

Email: Kontaktformular auf der Website des Museums

Restaurant-Museum Dom Tyrolski

Öffnungszeiten: 12.00-21.00 Uhr

Galerie